Patienteninformationen

Was bedeutet eigentlich Stoma?

Das Wort "Stoma" stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Mund oder Öffnung, Öffnung zwischen einem Hohlorgan und der Haut. Je nachdem, an welchem Organ ein Stoma angelegt wird, leitet sich die Bezeichnung ab. Ein Stoma im Bereich des Dickdarms wird demzufolge als Dickdarm-Stoma oder auch lateinisch als Colostomie bezeichnet.

Welche Stomaanlagen gibt es?

Das Dickdarm-Stoma (Colostomie)

Wird meist leicht über Hautniveau angelegt. Es befindet sich in der Regel im linken Unterbauch zwischen Bauchnabel und Schambeinstachel. Die Stuhlbeschaffenheit ist wie vor der Operation. Bei dieser Stomaanlage können die Betroffenen auch alternativ die Irrigation (Darmspülung) durchführen.

 

Das Dünndarm-Stoma (Ileostomie)

Muss der komplette Dickdarm entfernt werden, wird ein endständiges Dünndarm-Stoma angelegt. Das Dünndarm-Stoma befindet sich meist im rechten Unterbauch zwischen Bauchnabel und Darmbeinstachel.

 

Das doppelläufige Stoma - hier im quer verlaufenden Dickdarmabschnitt (Transversumcolostomie)

Soll der absteigende Darm von der Stuhlpassage befreit werden, wird das doppelläufige Stoma angelegt. Schlingenförmig wird der Darm auf den Bauch vorgelagert. Bis zur Verklebung der Darmschlinge (ca. 10 - 21 Tage) mit der Bauchdecke wird ein Reiter unter die Schlinge gelegt. Die vordere Wand der Darmschlinge wird eröffnet und mit der Haut vernäht.

 

Das Urinstoma (Ileum-Condult)

Wenn die Harnblase entfernt werden muss oder nicht mehr funktionsfähig ist, kommt es zur Anlage eines Ileumconduits. Ein ca. 15 - 20 cm langes Dünndarmsegment wird aus dem Darm abgetrennt. Ein Ende des Darmsegments (Conduit) wird zugenäht, das andere als Stoma ausgeleitet. Beide Harnleiter werden in das Darmsegment eingenäht.

Wann und warum bekommen Patienten ein Stoma?

Gründe für die Anlegung eines Stomas können unter anderem die Folgenden sein:

  • Tumorerkrankungen
  • starke, chronische Darmentzündungen
  • Verletzungen am Darm (Unfall)
  • zur vorübergehenden Entlastung des Darms, z.B. nach Operationen
  • Darmlähmungen
  • ...

Mitgliedschaft bei der Deutschen Ilco e.V.

SANIMED ist seit 30 Jahren Fördermitglied bei der Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs. Für diese langjährige Mitgliedschaft wurde SANIMED eine 25 Jahre-Urkunde überreicht. 

SANIMED ist stolz, zum Bestehen der Selbsthilfevereinigung beitragen zu können. 

Weitere Informationen zu ILCO erhalten Sie hier.

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