Patienteninformationen

Was ist eine chronische Wunde?

Eine Wunde ist eine Verletzung der Haut, die oberflächlich, aber auch sehr tief sein kann und gegebenenfalls dann auch tieferliegende Strukturen, wie z.B. Muskeln, Sehnen und Knochen betreffen kann.

Bei chronischen Wunden sind die normalen Prozesse der Wundheilung durch verschiedenste Grunderkrankungen gestört. Diese Wunden entstehen oftmals aus kleinsten Verletzungen und bestehen oft Wochen, Monate oder sogar Jahre. Häufig sind diese Wunden mit Keimen infiziert, verursachen große Schmerzen und führen zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen.

Welche Arten von chronischen Wunden gibt es?

  • Dekubitus (Druckgeschwür)

Ein Dekubitus wird umgangssprachlich auch als „Wundliegen“ bezeichnet. Es ist eine Zerstörung der Haut und ggf. des darunter liegenden Gewebes, die durch hohen Druck, der über längere Zeit anhält, entsteht. Ein Dekubitus ist in der Regel an knöchernen Vorsprüngen, wie z.B. dem Steißbein, Fersen, Sitzbeinhöckern, Hüftknochen usw. lokalisiert. Die wichtigste Therapie besteht hierbei aus Druckentlastung durch Lagerung und Mobilisation, sowie Hilfsmitteln wie Weichlagerungsmatratzen und speziellen Sitzkissen. Auch eiweißreiche, ausgewogene Ernährung und adäquate Hautpflege wirken sich prophylaktisch auf die Entstehung eines Dekubitus aus.

  • Ulcus cruris (offenes Bein)

Der medizinische Begriff Ulcus cruris bezeichnet schlecht heilende Wunden, die sich irgendwo an den Unterschenkeln befinden und deren Ursache zu 90% in einer Mangeldurchblutung begründet liegt. Diese Mangeldurchblutung ist auf krankhafte Veränderungen im arteriellen oder venösen Gefäßsystem zurückzuführen. Wichtig für die Therapie ist eine genaue Diagnose, damit die Ursache der verminderten Durchblutung behoben werden kann.

  • Diabetisches Fußsyndrom

Diese Wunden sind Spätkomplikationen bei Patienten mit Diabetes mellitus, die irgendwo am Fuß lokalisiert sein können. Ursache hierfür ist sehr häufig eine Störung im arteriellen Gefäßsystem (partielle arterielle Verschlusskrankheit) in Kombination mit Störungen der Sensibilität. Entscheidend für die Prophylaxe ist eine adäquate Blutzuckereinstellung, tägliche Fußinspektionen und die Vermeidung von Risikofaktoren wie z.B. Rauchen, Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung

  • Postoperative Wundheilungsstörungen
  • Tumorbedingte Wunden
  • Fisteln
  • Verbrennungswunden
  • Verschiedenste Hauterkrankungen

Therapie

Entscheidend für den Erfolg der Therapie ist immer die Beseitigung der Ursache für die Wunde. Aber auch die Reduzierung von sogenannten Risikofaktoren, wie z.B. Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, einschnürende Kleidung, schlecht passendem Schuhwerk usw. trägt entscheidend zum Erfolg der Therapie bei.

Wundbehandlung

Zuerst sollte die Wunde gereinigt werden, um Keime, abgestorbenes Gewebe und Beläge zu entfernen. Danach wird in den meisten Fällen ein sogenannter „hydroaktiver“ Wundverband angelegt. Diese speziellen Wundauflagen halten die Wunde feucht, warm, sauber und geschützt. Außerdem ermöglichen sie einen schmerzarmen Verbandwechsel und können mehrere Tage auf der Wunde belassen werden. Durch die wasserundurchlässige Oberfläche der Wundauflagen kann der Betroffene mit dem Verband sogar duschen und Keime können nicht von außen durch den Verband dringen.

Durch das feucht, warme Millieu können sich die Zellen besser teilen und innerhalb der Wunde bewegen. Somit kommt es zu einer verbesserten Wundheilung.

Kostenübernahme

Wundauflagen und Hilfsmittel können vom behandelnden Arzt verordnet werden und sind Leistungen der Krankenkassen. Die gesetzlichen Zuzahlungen, Wundspüllösungen und Hautpflegeprodukte müssen vom Betroffenen allerdings selbst getragen werden.

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